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Aktuell


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Aktuell


05.10.2017

Ein Hörtipp für nächsten Freitag, 13. Oktober um 20.10h im Deutschlandfunk:

http://www.deutschlandfunk.de/warum-maria-de-alvear-kein-theater-macht-de-puro-amor.1247.de.html?dram:article_id=394691

„Es gibt keine Bühne. Ich mache kein Theater. Was da passiert, ist echt!" Das sagt ausgerechnet eine Künstlerin, die zu den Größen des experimentellen Musiktheaters zählt: Maria de Alvear.
 
Die Tochter eines spanischen Architekten und einer deutschen Galeristin wuchs in Madrid unter dem Franco-Regime in einem großbürgerlichen Künstlerhaushalt auf, wo sich Künstler wie Juan Miro und Antoni Tàpies trafen.
 
Mit 20 kam sie nach Köln zum Kompositionsstudium bei Maurizio Kagel. World, Sexo, Vagina lauten Titel ihrer ausladenden, magischen Kompositionen, bei denen es immer ums große Ganze geht. Ähnlich wie Joseph Beuys faszinieren sie archaische Kulturen und schamanistische Traditionen.
 
„Ich bin irgendwann aus der Gesellschaft ausgestiegen und in die Realität rein. Die Menschen verstehen nicht, dass Realität unabhängig ist von Zivilisation. Der Erde ist es völlig schnuppe, ob Menschen, Tiere und Pflanzen zugrunde gehen. Der Planet und das Lebensprinzip bestehen immer weiter."


05.09.2017

 

TAPAS in Madrid

Maria de Alvears jüngstes Stück 'TAPAS' wurde, nach der Premiere im März, nun ein zweites Mal in Madrid aufgeführt. Im wunderbar inspirierenden Ambiente des Schallplatten - und Buchladens La Quinta de Mahler spielte das Trío Arbós unter der Leitung von Juan Carlos Garvayo. Man beachte die Kochmütze !

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06.07.2017

 

ELIÁ - Musikalische Installation von Rupert Huber

Performance von Maria de Alvear
im Rahmen des „Sommer in Stuttgart“-Festivals

Fotos von Susanne van Loon


14.06.2017

ELIÁ - Musikalische Installation


Performance von Maria de Alvear
Freitag, 16. Juni 2017, 19.30 Uhr - Stuttgart, St. Georg Kirche

Neue Vocalsolisten Stuttgart _ Foto: Martin Sigmund

Neue Vocalsolisten Stuttgart _ Foto: Martin Sigmund

Ein Konzert im Rahmen des „Sommer in Stuttgart“-Festivals
Rupert Huber, Leitung
Maria de Alvear, Gesang
Donald Manuel, Schlagzeug
Neue Vocalsolisten

Programm:
Rupert Huber
I. Das Ölblatt
II. Aceitunas con vino / Oliven mit Wein
III. Al olivo, al olivo…
IV. Das Licht der Öllampe


08.06.2017

 

Es gibt wunderbare neue Pressefotos und Portraits von Maria ! Aufgenommen von dem fantastischen Fotografen Philip Lethen im Neanderthal Museum.

 

06.06.2017

Maria de Alvear wird neues Mitglied in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste

Maria de Alvear wurde als neues Mitglied in der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste aufgenommen. Die Akademie hat am 10.05.2017 insgesamt elf neue Mitglieder aufgenommen. Akademiepräsident Prof. Dr. Wolfgang Löwer überreichte den neuen Mitgliedern im Rahmen der Jahresfeier die Aufnahmeurkunden. Die Komponistin Maria de Alvear wurde zusammen mit Volker Bertelmann (Hauschka), Komponist, Pianist, Düsseldorf, Professor Dr. Christopher Dell, Musiker, Komponist und Theoretiker, Berlin, Martin Schläpfer, Tänzer, Choreograph, Düsseldorf sowie Professor Dr. Hans Peter Thurn, Kultursoziologe, Düsseldorf in die Klasse der Künste aufgenommen.

Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste ist eine Vereinigung der führenden Forscherinnen und Forscher des Landes und die Heimat von zahlreichen wissenschaftlichen Forschungsvorhaben. Sie wurde 1970 als Nachfolgeeinrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet. Diese war 1950 von Ministerpräsident Karl Arnold ins Leben gerufen worden, um die Landesregierung beim Wiederaufbau des Landes zu beraten. Auch heute noch gehört es zu den Aufgaben der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, die Landesregierung in Fragen der Forschungsförderung zu beraten und wissenschaftliche Forschung anzuregen, aber auch in gesellschaftlich relevanten Fragen wissenschaftlich gestützte Argumente und Entscheidungshilfen anzubieten. In der Akademie pflegen die Mitglieder wie in den weiteren sieben deutschen Landesakademien den wissenschaftlichen Gedankenaustausch und unterhalten enge Kontakte zu anderen wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland.
Die Akademie ist in drei wissenschaftliche Klassen für Geisteswissenschaften, für Naturwissenschaften und Medizin sowie für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften und in eine Klasse der Künste gegliedert.


10.05.2017

 

 

Beim Archivieren von alten Fotografien tauchte diese zauberhafte Aufnahme aus dem Jahr 1997 auf. Sie zeigt Maria de Alvear mit ihrer Schwester, der Videokünstlerin Ana de Alvear. Das Photo wurde von Wolfgang Lehmann auf den Donaueschinger Tagen für zeitgenössische Musik aufgenommen.


04.05.2017

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CD-Neuerscheinung : Maria de Alvear: besando el tiempo
in der Edition Wandelweiser Records

World Edition freut sich auf eine Neuerscheinung von Maria de Alvear "besando el tiempo" in der Edition Wandelweiser Records hinzuweisen. Die Edition Wandelweiser Records besteht seit 1996. Sie ist inzwischen weltweit bekannt für ihr radikales und konsequentes Programm.

"besando el tiempo" ist ein Stück, dass 1995 innerhalb von 4 Tagen komponiert wurde. Verfasst wurde das Stück in einer automatischen Schrift, die Maria de Alvear in vielen ihrer Stücke benutzt. Das Stück wurde ursprünglich für die Flötistin Caren Levine komponiert und von ihr 1995 in Salzau uraufgeführt. Es wurde mittlerweile mehrfach weltweit von verschiedenen Interpreten aufgeführt.

Als Maria de Alvear die Aufführung von Antoine Beuger hörte bat sie ihn um eine Aufnahme für sich selber.

Maria de Alvear: Antoine Beugers Interpretation stellt für mich die genaueste Interpretation meines Stückes dar. Es bedeutet die perfekte Introversion innerhalb des Interpretseins. So wie der Interpret die Musik hört, als "erster Zuschauer des Komponisten", so wird sie auch gespielt.

Antoine Beuger: "Wenn ich anfange das Stück zu spielen, begebe ich mich auf eine Wanderung in mein Inneres und begegne mir selbst. Ich weiß nie vorher, wie es sein wird, wie es weitergehen wird, ich bin ja auf dem Weg - am Wandern...das ist das Wagnis des Stückes. Man muss sich dieser Begegnung ohne Rückendeckung, vorbehaltlos und in voller Unschuld stellen. Und das bekommt man auch zu hören."


25.04.2017

 

Foto-Termin im Neanderthal-Museum mit Philip Lethen


20.03.2017

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ARCAICO

Vorbereitungen zu Maria de Alvears neuem Projekt “Arcaico“ !
In Madrid mit Juan Carlos Garvayo, Juan Luis Arsuaga, Ana de Alvear und Sra de Arsuaga.


20.02.2017

Künstlerische Intervention und Gespräch 60 Jahre Goethe-Institut Madrid: José Iges - Dedicatorias [Widmungen]

Klangkunst aus spanischer und deutscher Perspektive

Montag, 20.02.2017, 19.30 Uhr Goethe-Institut Madrid

Wir werden 60! - und im Laufe des Jahres feiern wir dieses Jubiläum mit verschiedenen thematischen Veranstaltungen. In diesem Rahmen laden wir ein zu einem Abend rund um das Thema Klangkunst: José Iges präsentiert eine Auswahl seiner Dedicatorias, und im Anschluss an die künstlerische Intervention wird er an einer Gesprächsrunde mit den renommierten Experten Miguel Álvarez-Fernández, María de Alvear, Götz Naleppa und Raquel Rivera, die das Gespräch moderiert, teilnehmen.


27.08.2016

FLORES von María de Alvear

Deutschlandfunk, Atelier neuer Musik
27. August 2016
REVISITED Forum neuer Musik 2003

Eine Walkuh begegnet einer Alge, eine Häsin einer Mohnblume, eine Bärin trifft auf eine Linde, eine Stute auf einen Ölbaum. In Maria de Alvears Zyklus "Flores" korrespondieren weibliche Geschöpfe nichtmenschlicher Art - und wirken sehr einvernehmlich und voller innerer Freiheit dabei.

Maria de Alvear, Stimme
Amelia Cuni, Stimme
Marco Blaauw, Trompete
musikFabrik NRW

Deutschlandfunk - Forum neuer Musik 2003

 

 

01.06.2016

Die deutsch-spanische Komponistin Maria de Alvear ist am 1. Juni 2016 offiziell mit dem Spanischen Nationalpreis für Musik ausgezeichnet worden.

König Felipe VI und Königin Leticia von Spanien überreichten Maria de Alvear den Preis in der Kathedrale von Valencia.

Die Jury lobt Maria de Alvear besonders für ihre hohe Produktivität und die internationale Strahlkraft ihrer Arbeit, für ihre Vorreiterrolle in der Konzeption des musikalischen Werks als Gesamtkunstwerk, für ihren interdisziplinären Ansatz der sich immer auch anderen Kunstsparten öffnet, für ihre außergewöhnliche Fähigkeit musikalische Einflüsse in einer transgressorischen Weise zu kanalisieren und für ihr starkes Engagement für #jüngere Komponisten.

Maria de Alvear wurde in Madrid geboren, sie lebt seit mehr als 35 Jahren in Köln. Früh mit dem Bernd-Alois-Zimmermann-Preis der Stadt Köln ausgezeichnet, studierte sie Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel. Seit 1998 arbeitet Maria regelmäßig mit ihrer Schwester, der Videokünstlerin Ana de Alvear zusammen. Ihre meist interdisziplinär und multimedial angelegten Werke werden weltweit von renommierten Interpreten wie dem Ensemble Modern, Basel Sinfonietta, Ensemble Musikfabrik und dem Orchester des Hessischen Rundfunks u.v.a. aufgeführt.

 

 
 
Maria De Alvear mit König Felipe VI von Spanien

Maria De Alvear mit König Felipe VI von Spanien


01.05.2016

Les Simultans de Silvia Alvarez

mit einem Auszug aus Maria de Alvear: "Colourful Penis"

Radio de Monaco
Vom Festival des Printemps des Arts de Monaco 2016, Mai 2016


01.02.2016

Ensemble Neoars Sonora

im Rahmen von "Seven Authors, Seven Works and Seven
Sources of Inspiration"   -   mit María de Alvear

"Nieve" für Horn, Violoncello und piano (2009)


"Dedicated to the innocence and the capacity of transformation that lies within snow - the versatility of its states between water and snow."
(Maria de Alvear)

http://www.cndm.mcu.es/node/1380
1. Februar 2016, 19:30 im Museo Reina Sofía, Madrid


03.01.2016

La tertulia de Radio Clásica, Radio Nacional de España (RNE)  -  Escuchar música

Als Gäste: Miguel Álvarez-Fernández, María de Alvear und Stefano Russomanno
3. Januar 2016

http://www.rtve.es/alacarta/audios/la-tertulia-de-radio-clasica/tertulia-radio-clasica-escuchar-musica-03-01-16/3432258/


03.12.2015

LOSIGKEIT

Musik von Christian Wolff und Maria de Alvear
In memoriam Agnieszka Dziubak

Séparé et Ensemble
mit Geneviève Foccroulle, Klavier & Erik Drescher, Flöte
Als Gast Biliana Voutchkova, Viola, Violine

BESANDO EL TIEMPO
Maria de Alvear
Im Anschluss Musik und Videos in Gedenken an Agnieszka Dziubak

Donnerstag, 3. Dezember 2015, 19.30 Uhr
im Acker Stadt Palast, Berlin
Ackerstraße 169, 10115 Berlin


02.10.2015

EINFACHE FREIHEIT


"Einfache Freiheit", Uraufführung. Stück für Chor von Maria de Alvear,
2. Oktober 2015, 20 Uhr, St. Marien Kirche, Dortmund,
im Rahmen des Festivals "chor.com"
SWR Vokalensemble Stuttgart: Dirigent: Rupert Huber
Weitere Infos hier: Neue Chormusik mit dem SWR Vokalensemble Stuttgart unter Leitung von Rupert Huber


11.07.2015

japanische Erstaufführung: EN AMOR DURO

Keiko Shichijo spielt "En Amor Duro", eine Komposition von Maria De Alvear

11. Juli 2015 - Ryogoku Monten Hall, Tokyo, Japan


07.12.2014

EN AMOR DURO

Keiko Shichijo spielt "En Amor Duro", eine Komposition von Maria De Alvear

26. Oktober 2014 im Arti Amsterdam

07. Dezember 2014, im  Amsterdam Geelvinck Museum


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Biographie


Biographie


BIOGRAPHIE


Maria de Alvear wurde in Madrid geboren, sie lebt und arbeitet seit mehr als 35 Jahren in Köln.

Früh mit dem Bernd-Alois-Zimmermann-Preis der Stadt Köln ausgezeichnet, studierte sie Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel. Seit 1998 arbeitet sie regelmäßig mit Videokünstlern zusammen, sowohl mit ihrer Schwester Ana de Alvear als auch mit dem britischen Künstler Isaac Julien. Im selben Jahr gründete sie den Musikverlag WORLD EDITION und gibt seit 2003 die Zeitschrift "KUNSTMUSIK – Schriften zur Kunst als Musik" heraus. Ihre meist interdisziplinär und multimedial angelegten Werke werden weltweit von renommierten Interpreten wie dem Ensemble Modern, der Basel Sinfonietta, dem Ensemble Musikfabrik und dem Orchester des Hessischen Rundfunks u.v.a. aufgeführt. Sie arbeitet mit zahlreichen Solisten, Orchestern und Ensembles weltweit.

Sie gab zahlreiche Konzerte in Europa, den USA und Kanada, u.a. in der Glenn Gould Concert Hall, Toronto; im Lincoln Center, New York; bei den Donaueschinger Musiktagen, bei den Darmstädter Tagen für Neue Musik; im Festspielhaus Hellerau; an der University of Waterloo, Ontario; im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid u.v.a.m. Zahlreiche Aufführungen ihrer Werke wurden für TV- und Rundfunksendungen u.a. vom SWR, WDR, Arte und CBC / Radio-Canada aufgezeichnet.

2014 wurde Maria de Alvear mit dem spanischen Nationalpreis für Musik in der Kategorie „Komposition“ ausgezeichnet.

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Werk


Werk


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Presse


Presse



Mujeres en el sistema del arte en España, Compositoras en la historia. La música del silencio - enero 2016

"Por su parte, la española María de Alvear (1960) es otro ejemplo de mujer innovadora que rompe con lo establecido y combina el arte visual con la estructura musical derivada de experiencias con aborígenes, y con su propia investigación musicológica en Norteamérica, Siberia, Escandinavia y el norte de África. Ente sus obras, Orgasmus Vulgar (2011), Equilibrio Sereno (2011), Oscuridad Pura (2012), Prime Sounds (2014), Magna Mater (2013). Su personal forma de creación musical y escénica le valieron el Premio Nacional de Música, en la modalidad de Composición en 2014. Para Alvear la situación de las compositoras en España y el resto del mundo es difícil porque en las universidades el contexto financiero empeora, en especial para las mujeres, y por otro lado la supervivencia de los conjuntos y orquestas hace que sus directores busquen compositores, pues son más aceptables para la sociedad en lugar de mujeres. Además, la solidaridad entre las mujeres es escasa. Hombres y mujeres prefieren patrocinar a otros hombres y esto es un problema para las mujeres que componen."

The Wire, 382 - December 2015

"It’s not easy to fathom the reason for jeers mixed with applause at its close. Yet the music remains involving – a continuous swirl and surge of seven brass players and three female voices that chant, intone or whisper. (...) De Alvear’s hour long composition, refreshingly free from identifiable musical experiences, takes shape from the immediate and obsessive requirements of her art."

nmz – neue musikzeitung, Regensburg - 10/2015

"Die einstündige Multimedia-Performance „Sexo Puro“ von Maria de Alvear wurde bei der Uraufführung 1998 in Donaueschingen mit Buhrufen quittiert. Was verständlich ist, ersetzt die Komponistin doch den szenenkonformen Materialdiskurs durch das Zelebrieren eines magisch-beschwörenden Klangs, in dessen weich ineinanderfließenden Linien sich der Klang von drei weiblichen Stimmen mit Blechbläsern und Schlagzeug farbenreich mischt. Das sanft-eindringliche Wogen suggeriert archetypische Vorstellungen vom Weiblichen als Quelle allen Lebens. Mit den Dia-Projektionen und dem inszenierten Klangraum wäre eine Videoaufzeichnung wohl die ideale Dokumentationsform gewesen. Die starken emotionalen Wellen des eigenwilligen Kollektivgesangs teilen sich aber auch bildlos mit."

Codalario, La Revista de Música Clásica - 06.04.2013

„La cosmogonía musical de Marias de Alvear“ por Germán García Tomás

... „Magna Mater“ oscila armónicamente entre diferentes escalas y afinaciones, creando texturas tímbricas y efectos acústicos de gran vehemencia y expresividad, especialmente por el contrapunto de sonidos que se va desarrollando entre las voces blancas y las de las sopranos. Dos masas vocales que somete a una enorme exigencia, emitiendo frecuentemente notas infinitas y agudísimas, que crean superposición de planos sonoros. La autora consigue un juego persistente entre, por un lado, el canturreo de la Escolanía que va dictando los años de la humanidad con la entonación de los niños de San Ildefonso y una retahíla recitada de verbos en infinitivo; y de otro, las vocalizaciones de las sopranos, que acercan la pieza a la idiosincrasia del canto gregoriano ...

ABC, Madrid - 30.03.2013

„La realidad de María de Alvear“
La compositora (...) estrenó esta semana su obra «Magna Mater» en la Semana de Música Religiosa de Cuenca

Tal es el caso de María de Alvear, madrileña de origen, alemana de crecimiento y vitalista por principio, cuyo «Magna Mater» se ha estrenado en la Iglesia de la Merced convertida ahora en biblioteca del Seminario Mayor San Julián.

Enérgico mantra
El lugar no es casual, pues en el libro está la metáfora de un «cuento sobre la temporalidad» en el que no falta lo solemne del homenaje según invoca la distribución por el transepto de dos coros, (...), además de un grupo instrumental, dirigidos por Carlos Cuesta. Desde ahí la tensión que surge por proliferación del registro agudo de las voces con textos en tres idiomas y uno inventado, y la redundancia de varios elementos que dan a la obra una apariencia de energético mantra, de mensaje abstractamente narrativo, en el que conviven gestos de cierta radicalidad con ecos reminiscentes de músicas litúrgicas.

Kölner Stadt-Anzeiger, Köln - 14.12.2011

„Instrumente aus Eimern und Schrauben“,
Konzerte zu Mauricio Kagels 80. Geburtstag in der Kunststation St. Peter,  von Rainer Nonnenmann

... Maria de Alvear verarbeitet in „Rethinking 4/4‘ Marschmusik aus Jugend, Folklore, Film und Fernsehen, um damit Kagels ironischen „Märschen, um den Sieg zu verfehlen" zu huldigen.

FAZ, Frankfurt - 03.05.2011

„Finger weg vom Verstehen“, Elisabeth Risch über die Frühjahrstagung am Institut für Neue Musik Darmstadt:
... Ein Höhepunkt der Tagung war die Uraufführung von „Im Kern‘ von Maria de Alvear. Im Vorgespräch hatte die Komponistin vor allem ihre eigene Unsicherheit artikuliert, dem Trío Arbós ein würdiges Stück auf den Leib zu schreiben, während sie sich mit dem Umgang mit Streichinstrumenten nicht genügend vertraut fühlte, um ihrem eigenen Anspruch an die Spielgestik gerecht zu werden. Im Konzert teilte man ihre enorme Spannung und die der mit dem Werk de Alvears bisher nicht vertrauten Musiker. Man staunte, wie die Konponistin es geleistet hatte, Klavier (Juan Carlos Garvayo), Violine (Miguel Borrego) und Violoncello (José Miguel Gómez) zu einer Einheit zu verbinden, mit welcher Intensität junge Musiker zu Werke gingen und wie die Komponistin dieser „Zeit der Lähmung und der Ratlosigkeit“ (Volker Staub) etwas abgerungen hatte das guttut ...

The Journal of Music, online music magazine, Ireland - 10/01/2009

„Songs of an Old Female Hippopotamus - Zwielicht, Berlin“ by Garrett Sholdice
... With Songs of an Old Female Hippopotamus, composer-vocalist Maria de Alvear created an event as thoroughly engrossing in its singularity as a film by David Lynch or Le Corbusier’s Unite d’Habitation architecture, devised according to the proportions of the human body... The sense of a honed practice was overwhelming. A large palette of materials, seemingly crafted from a careful inspection of the qualities of bird and animal sounds, was marshalled in ways that struck me as intimately related to techniques found in jazz scat singing and North Indian classical singing. De Alvear’s sympathetic hand movements served to reinforce this feeling of observing a performance of several short evening ragas...

VivaVoce - Frau und Musik, Frankfurt - 83/2009

„Alptraum mit Esprit“, Uraufführung der Opernereignisstudie „Colorful Penis" von Maria de Alvear in Hellerau, von Rebecca Berg

... Ein wahrlich einmaliges Werk, das Maria de Alvear mit „Colorful Penis" geschaffen hat, und das seinen Titel der Opern-Ereignis-Studie zurecht trägt. Wobei sich das Publikum bei der Uraufführung in Hellerau am ehesten von den Ereignissen beeindrucken ließ... Dass man als Zuschauerin mittendrin im Geschehen saß, war bestimmt nicht alltäglich und verführte zur Teilhabe an einer phantasievollen Entdeckungstour, bei der es zum Schluss niemanden mehr auf den Stühlen hielt. Musikalisch auf den ersten Blick einfach und manchmal etwas eintönig - im eigentlichen Sinne des Wortes - wirkend, schuf gerade diese repetitive Motivik die nötige Atmosphäre zum fabulösen Geschehen in der Mitte... Nach der Vorstellung war ein jeder überrascht, wie schnell die Zeit voranschritt und wie überzeugend und lebendig Neue Musik doch sein kann...

Opernwelt - Berlin - 12.12.2008

„Colourful Penis“, Uraufführung, Opernereignisstudie, Festspielhaus Dresden Hellerau, 22.Tage der zeitgenössischen Musik, Di. 30.10. 2008 von Jörg Königsdorf

Mit ihrer Ansicht über die wahren Antriebsgründe menschlicher Entscheidungen hält Maria de Alvear nicht hinterm Berg: Ist schon der Titel ihrer neuen Kammeroper „Colourful Penis”  einigermaßen explizit, wird die Spanierin im Beiheft der Uraufführung bei den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik noch deutlicher: Die Sexualität, schreibt sie, sei der mehr oder weniger bewusste Anknüpfungspunkt zwischen der linearen Gedankenwelt und dem im Jetzt lebenden Körper - sprich: die Schaltstelle, die Empfindungen und Gefühle in Entschlüsse umwandelt. Und um nichts anderes als solch einen Entschlussaugenblick geht es in Alvears knapp einstündiger "Opernereignisstudie": Ein Soldat trifft im Wald auf eine Bärin und legt sein Gewehr an. Wird er das Tier erschießen? Eine Sekundenentscheidung, die Alvear virtuos von der Vertikalen auf die horizontale Zeitachse eines musikdramatischen Handlungsverlaufs spiegelt: All die Ahnungen, Erinnerungen und erotischen Assoziationen, die in Wirklichkeit gleichzeitig auf verschiedenen Bewusstseinsebenen aktiviert werden, fügt sie als Episoden locker aneinander, lässt die wunderlichen Gestalten des Unterbewusstseins mal ganz konkret, mal nur schemenhaft Gestalt annehmen. Wie ein spukhafter Reigen tanzen kauzige Wichte, lasziv herausgeputzte Frauen um den Soldaten (mit schmerzensreichem Bassbariton: Romain Bischoff), ballen sich zu orgiastisch verschlungenen Fleischhaufen, lösen sich im helltönenden Nichts hochfrequenter Klangsignale ä la Stockhausen auf, bis die sanft pulsierenden Rhythmen, die diese Hirnkammer-Revue zusammenhalten, schließlich an Dringlichkeit gewinnen und die Entscheidung herbeizwingen. Dass hier von einem eigentlichen Handlungsfaden keine Rede sein kann, stört nicht. Ganz im Gegenteil: Angesichts der Unzahl an Literatur- und Geschichtsstoffen zeitgenössischer Opern, bei denen die Musik allzu oft zur Illustration verkommt, wirkt Alvears Stück wie eine erfrischende Erinnerung daran, dass Musik auf dem Theater auch ganz andere Freiräume eröffnen kann: Ihre Stärke liegt eben darin, die Komplexität der menschlichen Psyche fühlbar zu machen, statt platte Ursache-Wirkungsketten aufzubauen. Auch der Sex, um den es der Spanierin geht, tritt nicht als szenische Pornografie, sondern als reine Klangsinnlichkeit in Erscheinung: Ungemein farbenreich setzt sie das sechsköpfige Instrumentalensemble KlangArt Berlin und die Darsteller des ausgezeichneten niederländischen Ensembles VocaalLAB ein, umspielt die kantablen Gesangslinien immer wieder mit verführerischem Diskantgeglitzer und raunenden Tönen von Hörn und Tuba, webt eine dichte Partitur, als ob sich hinter den sichtbaren Episoden noch eine unendliche Vielzahl anderer, kaum merklicher Beweggründe verbergen würde. Ein faszinierendes Stück, das im Festspielhaus Hellerau auch szenisch eine maßstäbliche Umsetzung findet: Hunderte loser, zerfaserter Tauenden lassen Anna Malunat (Regie) und Jan Kattein (Bühne) von der Decke des Saals auf die locker im Raum verteilten Zuschauer und Akteure herunterhängen. Nur in der Mitte verknäulen sie sich um den Soldaten, der kokonartig eingesponnen am Boden liegt. Sind es Lianen oder Nerven? Ist dieser Raum ein Wald oder ein Hirn? In jedem Fall schafft er eine Umgebung, die wunderbar zur Vieldeutigkeit dieses Spiels über Sinn und Sinnlichkeit passt. Parallel zur fortschreitenden Selbsterkenntnis wird sich das Dickicht langsam lichten, bis volle Klarheit herrscht. Man will nur hoffen, dass der Sex nicht drunter leidet.

LA NUEVA ESPAÑA, Oviedo, España - 08.12.2008

„Cuando la música es una fiesta“ por Carlos José Martínez

... „Energía Marina“ es la cara opuesta o amable de esta estética o lenguaje más actual. María de Alvear nos presenta una tierna historia marina llena de detalles y reminiscencias de otros lenguajes. Melodías claras, tímbrica precisa o «giusta», sin excesos que pudieran hacer palidecer cualquier intento de presunción melódica, amén de una forma abierta y totalmente convencional sin renunciar por ello a su íntima y personal manera de entender y de soñar su música. Belleza armónica -qué difícil resulta hablar en estos términos- calidez melódica y el privilegio añadido de sumar al empeño, un conjunto vocal integrado por algo más de veinte niños que comparten protagonismo con los maestros consagrados.
Observar cada ensayo, las caras de los niños, los rostros de sus padres y la flexibilidad y paciencia de los intérpretes, rescatan la posibilidad de seguir creyendo en el futuro de un arte que en ocasiones parece escaparse. Cuando la música es una fiesta, todo parece resultar diferente. Mezclar en un mismo espacio al creador, al traductor y a los futuros músicos, o pintores, o albañiles, o cuenta cuentos, supone el principio de toda una historia que nos alcanza y nos invita a reflexionar sobre el presente y el futuro de estos encuentros. En definitiva, la alegría de personalizar los discursos, de converger lenguajes y disfrutar. Sobre todo, disfrutar. En buena hora.

Mehrlicht, Musik Kultur Dresden, Dresden - 02.10.2008

„Im Schnurwald: Schießen oder nicht?“ Maria de Alvears wundersame Naturoper „Colourful Penis" eröffnet die Tage der zeitgenössischen Musik.

... Nach dieser Naturoper in einem Traum-Raum ist man nach einer guten Stunde seltsam beglückt und überrascht, wie stimmig und überzeugend eine Musiktheateruraufführung sein kann, wenn sie so aufrichtig, humorvoll und hochprofessionell daherkommt, wie "Colourful Penis". Die "Tage der zeitgenössischen Musik" haben einen phantasievollen Auftakt gefunden und anlässlich der Thematik "Musik und Film" darf es gerne die ganze Woche so weitergehen...

Kölner Stadtanzeiger, Köln - 03.05.2007

„Auf Klang folgt Stille“ von Rainer Nonnenmann
... Den Eindruck des Verklingens als Symbol der Vanitas, der Vergänglichkeit, unterstreichen Zeit- und Vergänglichkeitsmotive in von Maria de Alvear vorgetragenen Texten sowie in den Live-Video-Manipulationen von Luis Negron und Juan Orozco. In zwei Guckkästen, die von der einen Seite durch Milchpapier beleuchtet, von der anderen Seite mit Videokameras per Beamer auf drei Leinwände projiziert werden, zaubern die beiden ein vielschichtiges Bewegungs-, Licht- und Schattentheater mit eingeschobenen Farb- und Bildfolien, anatomischen Zeichnungen, Skeletten, Totenschädeln, realen Figuren, Handschattenspielen und computeranimierten Zahlen- und Buchstabenreigen. Eine poetische Mischung aus digitaler High- und manueller Low-Technologie in der Art der im 19. Jahrhundert beliebten Laterna Magica.

Aachener Zeitung, Aachen - 18.02.2007

„Unglaublich fein gewirkte Klanggewebe von zerbrechlicher Poesie“ von Christoph Hahn
... die „Sensitive birds”, ein 2006 von der in Köln lebenden spanischen Komponistin Maria de Alvear gleichfalls für die Aachener (Neue Musik Ensemble Aachen) maßgeschneidert, ist von zerbrechlicher Poesie - nicht nur, weil hier Catherine Marquets feine Stimme mit so voluminös tönenden Instrumenten wie Bassklarinette und -flöte zusammentraf. Denn de Alvears Tonsprache ist eine minimalistische und erfordert von allen Interpreten ständige Wachheit für diese unglaublich fein gewirkten Klanggewebe, die mitunter dahinwehen wie ein Nebel im Wind. Sauber und lebendig setzten die Sängerin und ihre Künstler-Kollegen de Alvears von Vogel-Stimmen und anderen naturhaften Elementen angeregte Mikrokosmen um, ein Werk, in dem der Gesang nicht gegen das Instrumentale steht, sondern ihn als autonomes Element zu etwas Ganzem werden lässt.

The Globe and Mail, Toronto, Canada - 01/27/2007

"... Maria de Alvear's Clear Energy, a world premiere, seemed less a piece than an installation, a way of ushering the listener into a particular psychological space through sound. Certainly it had its own strange beauty, the piano tuned a quarter tone distant from the other instruments, sending notes out one at a time into the ether against a wash of sustained (albeit punctuated) sound from the orchestra. The difference in temperament opened the soundscape in the same way that a yoga posture might open the space between the shoulders, creating space we didn't know was there and shivers of piquant sensation as well -- sensation that we read as exquisite, somehow, because novel. I even found myself confusing sound with touch, so thoroughly had de Alvear transformed the listening parameters, and so convincingly had Egoyan restitched our reference points."

New Music Indaba 2006: Reimagining Mozart, South Africa - 02/06/2006
“Too Much of the Old and Not Enough of the New“ by Brett Pyper and Thomas Pooley

"... Solo piano music was a highlight, thanks in no small part to the stamina and musicianship of Belgian Daan Vandewalle, who presented major works by Alvin Curran, Maria de Alvear and Elliott Carter. De Alvear's Urbaum looked beyond the 20th century avant-garde by rethinking the composer/performer relationship, leaving the performer relative freedom to explore parameters unspecified in the score ..."

Neue Musikzeitung, Regensburg - 06.2003

„Anregen, wachsen sehen und verantworten“, ein Interview mit dem Deutschlandfunk-Redakteur Frank Kämpfer anlässlich des Festivals „Forum neuer Musik“ vom 14. bis 16. März 2003
... Was die Ausgabe 2003 des Forums neuer Musik anlangt, schien mir die Latte mit den beiden Aufträgen an Maria de Alvear und Juliane Klein erfreulich hoch gehängt zu sein. Also da gab es mit „Flores“ zunächst einen nach außen gekehrten Blütentraum von Maria de Alvear, ein von ihr sogenanntes „Ereignis“ für zwei Frauenstimmen, Solotrompete, Ensemble, Elektronik einschießlich Videoinstallation…

Kämpfer: Das war in diesem Jahr eine große Herausforderung für uns. Obwohl der Deutschlandfunk wahrlich kein Veranstaltungszentrum für experimentelle Kunst sind, muss ich meinen Kollegen von der Technik ein besonderes Kompliment machen. Das Zusammenspiel von Live-Musik, Elektroakustik und Videoprojektion hat perfekt und zur Zufriedenheit der Komponistin funktioniert ...

Was sind Ihre Kriterien und Überlegungen?

Kämpfer: Maria de Alvear und Juliane Klein, Katia Tchemberdji und Jacob ter Veldhuis sind Leute, die alle etwas Eigenständiges versuchen und trotzdem von den großen Festivals eher gemieden werden. Die haben wir zusammengeführt, um das Verschiedenartige heutigen Komponierens zu betonen. Ein zweiter Aspekt resultiert aus den zwei großen Auftragswerken, die ich mit dem Anspruch umschreiben möchte, existenziellere Fragen behandeln zu lassen. Maria de Alvear natürlich in einer spirituelleren Weise als Juliane Klein, die den großen Bekenntnispsalm eher von außerhalb des zu behandelnden Glaubens anging. Und drittens – ich möchte natürlich auch ein wenig wider den Stachel des Traditionellen locken ...

Kölner Stadtanzeiger, Köln - 20.03.2003

„Weg von Schule und Stil“ von Gisela Gronemeyer
Komponistinnen standen im Mittelpunkt des diesjährigen „Forums neuer Musik“ im Deutschlandfunk...  ...(Zum Beispiel die Arbeit) der deutsch-spanischen Komponistin Maria de Alvear, die seit ihrem Studium in der Musiktheaterklasse von Mauricio Kagel in Köln lebt. Nach ihrem ersten Deutschlandfunk-Konzert vor elf Jahren präsentierte sie nun ein neues abendfüllendes Werk, dessen Titel „Flores“ durch ein Blütenmeer auf Videoleinwänden visualisiert wurde. Das Besondere an ihrem Komponieren ist, dass sie ihre Stücke in einem tranceähnlichen Zustand aufschreibt, in diesem Fall für sieben Interpreten des nordrhein-westfälischen Ensembles „MusikFabrik“.

Kölner Stadt-Anzeiger, Köln - 29.01.2000

„Schillernder Tropfen im Sturzflug” - Musikfabrik präsentiert Werke zeitgenössischer Komponistinnen

... „Die wahre Welt” beseelter Natur hält Maria de Alvear der Gesellschaft und ihren Errungenschaften entgegen. Die Uraufführung ihres Stücks „Gota - dieser eine Gletschertropfen‘, ... überraschte und betörte zugleich: ... lange noch im Ohr. Helle Freude des Publikums.

TV-Today, Hamburg, Nr. 25 - 04.12.1999

„Sexo puro“ - Die Komponistin Maria de Alvear
„Gestattet mir, eure Lebensgeister zu wecken” ist das Motto der 1960 in Madrid geborenen spanischen Musikerin Maria de Alvear. ...

Kölner Stadt-Anzeiger, Köln - 11.11.1999

„Schmelzender Schnee” Konzert zu 10 Jahre Mauerfall von Hans Elmar Bach
... der Spanierin Maria de Alvear tatkräftig und einsatzfreudig ... ... Mit Temperament und südländischer Hitzigkeit rückt Maria de Alvear in „Land”  ihrer Aufgabe zu Leibe. Eine Videoinstallation von heiler Landschaft, in der Adler und Wolf sich frei bewegen, aber auch die sinnige Massage zur Entfernung von Landkarten-Tätowierungen coram publico, die sich die Künstlerin auf Rücken und Oberschenkel hatte auftragen lassen, macht auf die Aberwitzigkeit von Grenzbeziehungen aufmerksam. Das Instrumentarium zieht dabei weniger die Konzentration auf sich als die beiden explosiv deklamierenden Rapper, die zwanzig Minuten lang Parolen in Mikrofon hämmern und lautstark eine bessere Welt aus dem Boden stampfen möchten: „Macht die Erde und das Leben zum Garten Eden ...” Aber auch die Einstellung „Es ist nicht leicht, Deutscher zu sein” - die Spanierin muss es ja wissen - gehört zu den vehement eingetrichterten Sentenzen. Der Applaus war so vorhersehbar wie berechtigt... .

Kölner Rundschau, Köln, 10.11.1999

„Hände massieren Grenzen weg”, Komponisten über "10 Jahre Mauerfall" von Raoul Mörchen

... Maria de Alvears Musik, wuchtig, geballt, stetig pulsierend, mal gleichmäßig, mal fließend, ... ... Offenheit für anderes und Respekt vor der Natur - alte Schlagworte, hier neu und hoffnungsvoll belebt aus aktuellem Anlass. ...

ArtsNews & Reviews, Toronto Star, Toronto, Canada - 03/18/1999  
„Musical mayhem at Musical Gallery” by Geoff Champman

"... Only the post-intermission ruminations and ethereal appeal of Maria de Alvear’s „La Tonta Del Bote“ gave hope that music historians of the next millenium will recall with interest this period of sterile aimlessness."

Rheinische Post, Düsseldorf - 09.03.1999

„Musik, die für Freiheit plädiert”
... Herzlicher Beifall für das Werk, das in seiner Mischung aus Kühle und Wärme faszinierte Anziehungskraft entwickelte und gleichzeitig auf Distanz hielt. ... ... sie provozierte geradezu, aber auf sympathische Art, eine lebhafte Kommunikation zwischen sich und dem Publikum. ... wurde nachvollziehbar, dass die Musik für de Alvear nicht Selbstzweck ist, sondern Erkenntnismittel und Medium, das Kommunikation anregen soll. ...

Die Zeit, Hamburg - 22.10.1998

„Auf den Donaueschinger Musiktagen versöhnen sich die musikalischen Weltanschauungen“ von Claus Spahn

Die beiden ästhetischen Extrempunkte der Musiktage markierten zwei andere Figuren - der in Freiburg [h!p://www.zeit.de/thema/freiburg] lehrende Matthias Spahlinger und die spanische Komponistin und Performance-Künstlerin Maria de Alvear. Hier der scharf denkende, im Geist der Frankfurter Schule gegen alle kompositorische Konvention aufbegehrende Dialektiker, dem jede Form ungebrochener musikalischer Syntax per se suspekt ist, und dort eine unbekümmerte Esoterikfee, eine späte Nachfahrin der Hildegard von Bingen, die, bevor der erste Ton zu ihrer Performance Sexo Puro erklang, erst einmal eine Weihrauchschale in alle vier Himmelsrichtungen schwenkte, auf daß ihre mit Unterwasser-Videoprojektionen angereicherte musik alische Séance aus litaneihaftem weiblichen Beschwörungsgesang und leise vor sich hin bramarbasierenden Instrumenten gelinge ... ... All ihre (Anti-)Poesie bezieht diese Musik aus raffiniert splitternder Zersetzungsarbeit, während in Alvears Sexo Puro der Perkussionist lautmalerisch ein kuscheliges Dinkelkissen reibt ...

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt - 22.04.1998

„Frackhüpfen in E-Moll” von Hanno Ehrler

... Das hat sein Publikum, ebenso die Auftritte der weniger bekannten, in Köln lebenden Spanierin Maria de Alvear. Die Künstlerin hat sich mit indianischen Kulten und Schamanismus beschäftigt und bezieht diese Phänomene in ihre Kompositionen ein. Libertad das in der Darmstädter Stadtkirche aufgeführt wurde, ist ein anderthalbstündiger Gesangsdialog über verschiedene Texte zwischen Maria de Alvar und Enrique Lozano, gefärbt von Flamenco und arabischer Melismatik, auf einem Klangteppich aus zwei Klavieren, Posaune und Schlagzeug, dessen Binnenstruktur kunstvoll variiert wird. Mal hört man eher tiefere Klavierklänge oder mahnende Posaunentöne, dann glockenreines Klingen des Perkussionsapparates. Durch die Länge des Stücks ähnelte die Aufführung von „Libertad” einer scheinbar unendlichen Litanei, damit einer rituellen Handlung, die es wohl auch sein sollte.

Kölner Stadt-Anzeiger, Köln - 07.03.1998

„Der Enkel neuer Töne” von Stefan Rütter

... Aus dieser Schule ging auch die Deutsch-Spanierin Maria de Alvear hervor, deren äußerst vielschichtiges Werk neben musikalischen Arbeiten auch Installationen, Video-Kunst und sozialökologische Aktionen nach dem Vorbild von Joseph Beuys” "erweitertem Kunstbegriff" umfasst. In ihrem Werk spielt die Schmerzmetapher eine besonders große Rolle. "Unsere Kultur" so bemerkt sie, "ist die Schmerzkultur überhaupt. Die Menschen leiden entsetzlich. Sie versuchen, den Schmerz zu ignorieren und merken nicht, dass sie sich damit in einen ganz anderen Schmerz hineinkatapultieren. "Sie hat daher "bewusst gesunde Gesellschaften gesucht, um einen Vergleich zu haben." Bei den Indianern, mit denen sie einen Teil des Jahres verbringt, erlebt sie eine Art der Beschütztheit des einzelnen durch die Gemeinschaft, die auch zum Prinzip ihrer künstlerischen Arbeit wurde. Das geht bis in die Aufführungssituation hinein, wenn sie Schutzwälle aus verschiedenen Materialien bildet, die den Musikern, dem Publikum, selbst noch dem Kritiker einen "offenen Raum" schaffen, innerhalb dessen Freiheit und Selbstentfaltung erst möglich werden. "Menschen, die sich mit Kunst auseinandersetzen", so Maria de Alvear, "brauchen sehr viel mehr Schutz, weil sie offener sind." Für ihre eigene Kunst gilt das in besonderer Weise: Sie berührt Themen, die heikel, wenn nicht gar tabu sind - vor allem in den "furchtbar prüden" Zirkeln der Neuen Musik. Bei Maria de Alvear geht es immer ums Große und Ganze, um Welt und Natur, um Leben und Tod, um Liebe und Schmerz. „World“, „Sexo“, „Vagina „- so lauten die Titel ihrer ausladenden, magischen, raumgreifenden Kompositionen. "Ich bin irgendwann aus der Gesellschaft ausgestiegen und in die Realität rein. Die Menschen verstehen nicht, dass Realität unabhängig ist von Zivilisation . Der Erde ist es völlig schnuppe, ob Menschen, Tiere und Pflanzen zugrunde gehen - der Planet und das Lebensprinzip bestehen immer weiter." Es ist auch die Arroganz einer tausendjähringen abendländischen Musikkultur, der Maria de Alvear ihre Absage erteilt. Die Übernahme tradierter Formen und Strukturen macht sie ebenso verantwortlich für den Akademismus in der Neuen Musik wie für jene verhängnisvollen "Kitsch-Nischen" in die sich viele Komponisten zurückziehen. Beides ist die Folge einer existentiellen Angst: "Es gibt sehr viele Künstler, die sich mit Kunst zupanzern. Das emotionale Chaos wird hinter einem intellektuellen Gerüst versteckt." Für Maria de Alvear setzt künstlerische Arbeit eine gründliche Selbstreinigung voraus, das gilt auch für die Interpreten: "Man muss immer wieder den trüben Matsch aus dem Wasserglas spülen, damit die persönliche, die individuelle Geschichte nicht auf die Musik aufgestülpt wird. Der emotionale Körper muss sauber sein. Wer seine Emotionen in die Musik projiziert, bekommt ganz große Schwierigkeiten." Maria de Alvear lässt sich ihre künstlerischen Mittel nicht vom "guten Geschmack" diktieren. Beim "Romanischen Sommer" 1992 legte sie für eine Aufführung ihres Werkes „Raices 4“ einen frisch geschlachteten Hirsch auf den Altarstufen von St. Peter nieder. Die Entrüstung war beträchtlich: "Hirsch für Show getötet", titelte die Boulevardpresse. Zwei Jahre lang widmete sich die Justiz der Frage, ob man ein Wirbeltier statt zu kulinarischen auch zu künstlerischen Zwecken ins Jenseits befördern dürfe. Begreiflicherweise kam bei diesem Prozess nicht viel heraus - aber doch zumindest die Erkenntnis, dass die brutale Wahrheit des Schlachtens längst hinter der tröstlichen Fiktion appetitlich verpackter Tiefkühlkost verschwunden ist... ... Die beiden ältesten, Maria de Alvear und Manos Tsangaris, sind zugleich auch die arriviertesten ...

Westdeutsche Zeitung, Wuppertal - 12.06.1997

„Sonne weinte auf Sand und Salz" von Astrid Opitz

... Gleichsam faszinierend war die Intensität, mit der sie agierte, stimmlich als auch mimisch und gestisch, und mit der sie den Raum erfüllte. ... Die Performance im Rahmen der Ensemblia baut auf ihren Erfahrungen mit Menschen auf, die unter primitivsten Bedingungen in der sibirischen Tundra leben. ...

MUSICWORKS, No 68, Canada - Summer 1997

„Creating space for Love” by John Sherlock

"... It’s like when I come to a place and ask the owner of the house, "Where does the sun come up?" and they think, "Oh this esoteric lady ..." And they ask me, "Why?" and I say, "Because I want to know where I’m at." On earth! I want to know where I’m at ... physically, geographically, where I am, so I have the physical feeling of the room, the space in which I’m moving ... That’s reality ... that’s real. The sun comes up everey day and goes down every night. We forget that! Everybody runs into rooms. We come from one cage and go into another and we don’t see the sun moving. It’s incredible. Sometimes, when I am busy, I say to a friend, "Today, I have not seen the weather." And the real thing is the weather - it’s not the room and the business I’m doing; it’s the weather! (Clap) That’s the real thing that happened today on earth - much more important than anything else. That’s the point, and if I can give that to people through my music... One of the things my music teaches you - and it’s not through me but through you, playing - is where you stand spiritually, how far you go spiritually. That’s what my music does ... When you sit there and listen, you’re going to hear as far as you can hear, perhaps even farther than the player can communicate, because of another thing that I understood: that one note is a miracle; it’s enough. With one note on the piano - duc (plays note on invisible piano) there are such a number of worlds linked ... It’s the knowledge of the atmosphere. It’s talking about gravity. So many stories this one note tells us, that you cannot play wrong. Because nature, just the phenomenon of the sound, is so impressive ... That’s why a great composer for me is Alvin Lucier, who works with the phenomenon of sound. Something else I had to deal with was the structure of music. This is a big secret I’m going to tell you right now: the structure of music is a reflection of your mind’s structure. We don’t have the sonata allegro form right now. Why? Because our mind-structure has changed. Our subconscious understanding of form has changed. Why!? Because we are becoming more free in the sense of being individuals. In the time of Mozart and Beethoven, order had a different meaning than it has now. Not the world - the world always has had the same order - but society ... Now, you see the difference between society and the world. A composer’s mind, body, and spirit grow individually. And if that growth can be connected to society, then society will take it as a healing medicine. That’s why I say art is the best religion. We are shaman. Artists are medicine people for society and that is the way it is supposed to be. Joseph Beuys knew it. John Cage knew it. First, you create your own medicine-box and then you create your pharmacy, because first you have to know if the medicines work and then you can create the pharmacy for society. Most artists are stuck on the medicine-box. They just create their own medicine and very seldom do they understand their responsibility so far that they open up pharmacies. I see composers as spiritual specialists and composing as an act of love. Never forget that making art is an act of love towards yourself or towards society. Either a small act or big act of love, depending on how far you can go, how far your body and spirit can take you. When you give like this to other people you are so happy when they can hear it. When Eve (Egoyan) tells me that she was going through really interesting things while she was playing my music and Rhonda (Rindone) says to me, "I have played a way that I have never played before. Thank your for that, Maria," I say, "No, don’t thank me. It’s you who did it; it’s just that my music gave you that space." My music is a means for interpreters to love. They can make their capacity for love grow just by playing. They can put all of their love-energy into that sound and give it to people and that’s an act of love. That’s part of the understanding of reality; of what priorities are, of what is important in life, what the medicine is, what makes us grow towards goodness, why there is good and bad, why we are sick, why people are dying. This is really important. Kagel once said to me, "One day you will stop wanting to change the world" - as though this were adoslescent thinking. And inside of me I thought, " Ooh. So that’s how far he goes." Now I know that the moment you stop wanting to change society, you stop writing music. In my opinion, when you stop making art, that’s your death. But that’s how far he is because he’s in that world, he’s in society, in that musical society-world. Actually, it’s quite a tiny little world, which is O.K., because there have to be people there. It’s a gift that I can go in and out. It’s hard work also ... It’s also a gift from the native nations that we are going to have to give thanks for. Many, many things are going to come from there. That is the other side. The artistic side is one, but the other is that in the world, in reality, things happen that are beyond what society can imagine - far beyond our understanding. That is the other side of my biography, which cannot be seen because it has to be in a place where it cannot be seen, a place that is private. That is where I’m the pupil, I’m studying. I know only this tiny little bit of reality. There is not a human life that could understand it all. You just go as far as you can go ... the wisdom is so profound."

Village Voice, New York - 06/03/1997
„Breaking Mahler’s Record” by Kyle Gann

"At around 63 minutes Maria de Alvear’s World for two pianos and orchestra was the only single, continuous orchestral movement I know of to surpass the finale of Mahler’s Eighth Symphony in duration ... This made it a tremendously demanding work for both players (Petr Kotik’s heroic S.E.M. Orchestra) and audience, but also a musical universe in which one could wander around at leisure. The piece opened, May 15 at Merkin Hall, with a quiet chaos of dark, low tones dotted with percussion, crescendoing at last into quasi-minimalist repeated seventh chords. After a short silence, soloist Hildegard Kleeb’s piano entered surprisingly in a simple tonal chorale as if asserting ist own divergent reality, a chorale whose return 40 minutes later was equally unexpected. Meanwhile, quarter tones from Joseph Kubera’s piano, hidden in the orchestra, set up a deliciously bent counterpoint. Drumbeats echoed from opposite sides of the stage, jingle bells fluttered nervously, and Ivesian fragments of melody bubbled up from the texture as if boiling over. Kotik, faced with a dauntignly unconventional conducting challenge, succeeded in keeping the orchestra tightly together through uncountable, Le Sacre-like pounding chords, and allowed the players to drift when they were supposed to drift. Inevitably, the remaining three works, interesting anough in any other context, sounded old-fashioned by comparison. Alvin Lucier’s Sweepers swept the orchestra through a writing mass of glissandos, and Kotik’s own Adagio - a reworking of 1980 composition - was poignantly sad despite its aleatorically overlapping counterpoint. Pauline Oliveros’s From Unknown Silences seemed an inexplicable rip-off of 40-year-old Cage ideas, with players making noises at random-snorting, dropping music stands, and so on - in a field of silence, providing the only sour notes in an epic program."


Village Voice, New York - 05/20/1997
„A difficult woman” by Kyle Gann

"(...) Maria de Alvear tells me the number is growing, but when pressed she remembers only a half-dozen. And non of them is as original, powerful, and shocking as the German-Spanish composer who (...) has as striking an individual musical profile as any European under 50. (...) de Alvear writes confrontationally personal music along sexual themes, with titles like Sexo and Vagina, often using her own speaking voice to declaim lyrics designed to disturb the audience. The combination of musical unconventionality and sexual forthrightness drives Europe’s male musicians away in droves. (...) Part of de Alvear’s problem is that she’s spearheading the same kind of spritual revolution that John Cage and Pauline Oliveros did here 30 years ago, and her complaints about Europe echo those of Downtown composers about the classical-academic establishment."

New York Times, New York -  05/17/1997
"Now, now, just swallow the Medicine, please", by Bernard Holland

"(...) Maria de Alvear’s World, a sprawling, wandering hourlong geological survey of the composer’s ambitious spiritual world. Solemn chimes and deep rumblings announce a kind of earthy awakening. During a series of abruptly marked episodes, Hildegard Kleeb’s piano calls across the orchestra to a mistuned companion instrument played by Joseph Kubera. Quick repeated chords are a recurring feature. They begin in the strings and end in the piano part, as brass and percussion add pointed yelps and shrieks. Ms. Alvear has a good orchestral imagination. Divided string sections create woozy sonorities. The swooping brass glissandos fascinate. Her music does not develop; it accumulates: layers added, layers taken away. (...) Ms. Alvear, I am sure, has tried here to convey a world-embracing generosity, a sense of inclusiveness. (...)"

ABC cultural, Madrid - 03/13/1997

Maria de Alvear - "Los directores de orquesta suelen ser personas con una gran vanidad y ansia de poder" - Madrid, por S. Gavina

"Una revelación", es el dictamen con que la crítica neoyorquina ha recibido a la compositora española Maria de Alvear (Madrid, 1960) en su reciente presentación en el Merkin Concert Hall de esta ciudad, donde el S.E.M., dirigido por Petr Kotik, y con Hildegard Kleeb al piano interpretaron su obra "World". ... ...De conversación fluida y apasionada, siempre supo lo que quería. ...

Basler Zeitung, Basel - 02.05.1995

Von Martina Wohlthat
... Maria de Alvear ist eine starke Frau, die ihr Anliegen als Performerin ohne viel Umstände mit suggestiver Sprachgestik an die Frau (den Mann?) im Publikum brachte. ... Hell und Dunkel, Freiheit und Zwang sind der Musik von Sexo mit entwaffnender Direktheit eingeschrieben... Über alle Zweifel erhaben war dagegen die konzentrierte Orchesterarbeit der "basel sinfonietta" unter dem vorzüglich koordinierenden Dirigenten Robert H.P. Platz. Die Bläser meisterten virtuos auch die extremen Lagen. Die Übergänge zwischen freiem und gebundenem Spiel vollzogen sich organisch. Im Spannungsfeld von Disziplin und Intuition bewies das Orchester einmal mehr seine Rahmen sprengende Leistungsfähigkeit.

Berner Zeitung, Bern - 01.05.1995

"Grosse Klänge kommen wieder"

... „Sexo „ist die Wiederaufnahme einer Thematik, welche schon die Musik der letzten Jahrhundertwende beherrschte. Die Vorzeichen habe sich allerdings geändert: Während vor hundert Jahren das Thema der weiblichen Erotik und Sexualität als Männerphantasie in männlich strukturierte Konstruktionen hinein gezwungen wurde, zeigt das Werk von Maria de Alvear einen Weg der weiblichen Befreiung aus der Besetzung durch das andere Geschlecht auf... . als ein Aufbruch, als Aufarbeitung und Umwertung des Geschichtlichen, faszinierte die Novität ungemein.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt - 29.03.1994

"Rein wie Erde oder Wasser" - das Ensemble Köln in der Nicolaikirche, von Detlef Gollasch

... Hier nämlich, bei der Aufführung der Komposition Purisimo wird unter der Leitung des Dirigenten Robert HP Platz den elf allesamt äußerst sensibel agierenden Instrumentalisten strenge persönliche Zurücknahme auferlegt. Kommunikative Interaktion mit Privatcharakter wird von der Komponistin schon im Ansatz unterbunden, als sollten sich die Klänge aus der Stille heraus gewissermaßen von selbst ihren jeweiligen Ort in der Partitur suchen. Diese Nicht-Expressivität hat aber im Werk der aus Madrid stammenden Maria de Alvear, die Klavier, Dirigieren und Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel in Köln studierte, andere Konsequenzen als etwa in der Musik Morton Feldmans, auch wenn es in der unbeugsamen Haltung, die Töne dem Kontrollsystem der kompositorischen Gesetze, wo Regeln vor Kunst reagieren, zu entziehen, durchaus Parallelen gibt. Obwohl die gestrichenen, geblasenen, gezupften oder (auf der Celesta) angeschlagenen Klänge äußerst selten den unteren Bereich des dynamischen Spektrums verlassen, wirken die hinsichtlich der Tondauern irritierend ungerasterten Figurationen bei aller Zerbrechlichkeit urwüchsig, fast ungeformt. Eben darin liegt ihre charakteristische Eigenart. Elemente, die von ferne noch die Erinnerung an Melodien oder Bruchstücke von Tonleitern wachrufen könnten, haben in Purisimo keinen Platz. Insofern berührt Maria de Alvears eigene Interpretation des Titels ihrer eigenen Komposition tatsächlich einen zentralen Aspekt der Musik der 1960 geborenen Spanierin: Puro (rein) auch im Sinne von: der Natur angenähert - "rein wie Erde oder Wasser".

Village Voice, New York - October 1992, by Kyle Gann

"Maria de Alvear, this Spanish composer living in Cologne is the most remarkable woman composer to emerge from Europe since ... well, Hildegard of Bingen in the 12th century, I guess. (...)"

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