| Selected Reviews / Ausgewählte Zeitungskritiken - since 1992 / seit 1992 |
|
Opernwelt, Berlin, 12. Dezember 2008
Kölner Stadt-Anzeiger, Köln, 29./30. Januar 2000
Kölner Stadt-Anzeiger, Köln, 11. November 1999
Kölner Rundschau, Köln, 10. November 1999
TV-Today, Nr. 25, 4. Dezember 1999
ArtsNews & Reviews, (Toronto Star), Toronto, Canada, March 18, 1999
Rheinische Post, Düsseldorf, Germany, 9. März 1999
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt, Germany, 22. April 1998
Kölner Stadt-Anzeiger, Köln, Germany, 7./8. März 1998
MUSICWORKS, No 68, Canada, Summer 1997
ABC cultural, Madrid, 13. Junio 1997
Westdeutsche Zeitung, 12. Juni 1997
Village Voice, New York, June 3, 1997
Village Voice, New York, May 20, 1997
New York Times, New York, May 17, 1997
Basler Zeitung, Basel, 2. Mai 1995
Berner Zeitung, Bern, 1. Mai 1995
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt, 29. März 1994
Village Voice, New York, October 1992
Opernwelt - Berlin, 12. Dezember 2008
Colourful Penis, Uraufführung, Opernereignisstudie, Festspielhaus Dresden Hellerau,
22.Tage der zeitgenössischen Musik, Di. 30. Oktober 2008
Mit ihrer Ansicht über die wahren Antriebsgründe menschlicher Entscheidungen hält Maria de Alvear nicht hinterm Berg:
Ist schon der Titel ihrer neuen Kammeroper "Colourful Penis" einigermaßen explizit, wird die Spanierin
im Beiheft der Uraufführung bei den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik noch deutlicher:
Die Sexualität, schreibt sie, sei der mehr oder weniger bewusste Anknüpfungspunkt zwischen der
linearen Gedankenwelt und dem im Jetzt lebenden Körper - sprich: die Schaltstelle, die Empfindungen
und Gefühle in Entschlüsse umwandelt. Und um nichts anderes als solch einen Entschlussaugenblick
geht es in Alvears knapp einstündiger "Opernereignisstudie": Ein Soldat trifft im Wald auf eine Bärin
und legt sein Gewehr an. Wird er das Tier erschießen? Eine Sekundenentscheidung, die Alvear virtuos
von der Vertikalen auf die horizontale Zeitachse eines musikdramatischen Handlungsverlaufs spiegelt:
All die Ahnungen, Erinnerungen und erotischen Assoziationen, die in Wirklichkeit gleichzeitig auf
verschiedenen Bewusstseinsebenen aktiviert werden, fügt sie als Episoden locker aneinander, lässt
die wunderlichen Gestalten des Unterbewusstseins mal ganz konkret, mal nur schemenhaft Gestalt annehmen.
Wie ein spukhafter Reigen tanzen kauzige Wichte, lasziv herausgeputzte Frauen um den Soldaten
(mit schmerzensreichem Bassbariton: Romain Bischoff), ballen sich zu orgiastisch verschlungenen Fleischhaufen,
lösen sich im helltönenden Nichts hochfrequenter Klangsignale ä la Stockhausen auf, bis die sanft pulsierenden
Rhythmen, die diese Hirnkammer-Revue zusammenhalten, schließlich an Dringlichkeit
gewinnen und die Entscheidung herbeizwingen.
Dass hier von einem eigentlichen Handlungsfaden keine Rede sein kann, stört nicht. Ganz im Gegenteil:
Angesichts der Unzahl an Literatur- und Geschichtsstoffen zeitgenössischer Opern, bei denen die Musik
allzu oft zur Illustration verkommt, wirkt Alvears Stück wie eine erfrischende Erinnerung daran, dass Musik
auf dem Theater auch ganz andere Freiräume eröffnen kann: Ihre Stärke liegt eben darin, die Komplexität der
menschlichen Psyche fühlbar zu machen, statt platte Ursache-Wirkungsketten aufzubauen.
Auch der Sex, um den es der Spanierin geht, tritt nicht als szenische Pornografie, sondern als reine
Klangsinnlichkeit in Erscheinung: Ungemein farbenreich setzt sie das sechsköpfige Instrumentalensemble
KlangArt Berlin und die Darsteller des ausgezeichneten niederländischen Ensembles VocaalLAB ein, umspielt
die kantablen Gesangslinien immer wieder mit verführerischem Diskantgeglitzer und raunenden Tönen von
Hörn und Tuba, webt eine dichte Partitur, als ob sich hinter den sichtbaren Episoden noch eine unendliche
Vielzahl anderer, kaum merklicher Beweggründe verbergen würde.
Ein faszinierendes Stück, das im Festspielhaus Hellerau auch szenisch eine maßstäbliche Umsetzung
findet: Hunderte loser, zerfaserter Tauenden lassen Anna Malunat (Regie) und Jan Kattein (Bühne)
von der Decke des Saals auf die locker im Raum verteilten Zuschauer und Akteure herunterhängen.
Nur in der Mitte verknäulen sie sich um den Soldaten, der kokonartig eingesponnen am Boden liegt.
Sind es Lianen oder Nerven? Ist dieser Raum ein Wald oder ein Hirn? In jedem Fall schafft er eine
Umgebung, die wunderbar zur Vieldeutigkeit dieses Spiels über Sinn und Sinnlichkeit passt. Parallel
zur fortschreitenden Selbsterkenntnis wird sich das Dickicht langsam lichten, bis volle Klarheit
herrscht. Man will nur hoffen, dass der Sex nicht drunter leidet.
Jörg Königsdorf(Top)
Kölner Stadt-Anzeiger, Köln, 29./30. Januar 2000
‘Schillernder Tropfen im Sturzflug’ - Musikfabrik präsentiert Werke zeitgenössischer Komponistinnen
... ‘Die wahre Welt’ beseelter Natur hält Maria de Alvear der Gesellschaft und ihren
Errungenschaften entgegen. Die Uraufführung ihres Stücks "Gota, ... überraschte und betörte zugleich: ...
lange noch im Ohr. Helle Freude des Publikums. (E.H.)(Top)
Kölner Stadt-Anzeiger, Köln, 11. November 1999
‘Schmelzender Schnee’ Konzert zu 10 Jahre Mauerfall von Hans Elmar Bach
... der Spanierin Maria de Alvear tatkräftig und einsatzfreudig ...
... Mit Temperament und südländischer Hitzigkeit rückt Maria de Alvear in ‘Land’ ihrer Aufgabe zu Leibe.
Eine Videoinstallation von heiler Landschaft, in der Adler und Wolf sich frei bewegen, aber auch
die sinnige Massage zur Entfernung von Landkarten-Tätowierungen coram publico, die sich die
Künstlerin auf Rücken und Oberschenkel hatte auftragen lassen, macht auf die Aberwitzigkeit
von Grenzbeziehungen aufmerksam. Das Instrumentarium zieht dabei weniger die Konzentration
auf sich als die beiden explosiv deklamierenden Rapper, die zwanzig Minuten lang Parolen in
Mikrofon hämmern und lautstark eine bessere Welt aus dem Boden stampfen möchten:
‘Macht die Erde und das Leben zum Garten Eden ...’ Aber auch die Einstellung
‘Es ist nicht leicht, Deutscher zu sein’ - die Spanierin muss es ja wissen -
gehört zu den vehement eingetrichterten Sentenzen. Der Applaus war so vorhersehbar wie berechtigt... .(Top)
Kölner Rundschau, Köln, 10. November 1999
‘Hände massieren Grenzen weg’
Komponisten über "10 Jahre Mauerfall" von Raoul Mörchen
... Maria de Alvears Musik, wuchtig, geballt, stetig pulsierend, mal gleichmäßig, mal fließend, ...
... Offenheit für anderes und Respekt vor der Natur - alte Schlagworte,
hier neu und hoffnungsvoll belebt aus aktuellem Anlass. ...(Top)
TV-Today, Nr. 25, 4. Dezember 1999
Sexo puro - Die Komponistin Maria de Alvear
‘Gestattet mir, eure Lebensgeister zu wecken’ ist das Motto der 1960 in
Madrid geborenen spanischen Musikerin Maria de Alvear. ...(Top)
ArtsNews & Reviews, Toronto Star, Toronto, Canada, March 18, 1999
(TOP)
‘Musical mayham at Musical Gallery’ by Geoff Champman
... Only the post-intermission ruminations and ethereal appeal of
Maria de Alvear’s ‘La Tonta Del Bote’ gave hope that music historians of
the next millenium will recall with interest this period of sterile aimlessness.(Top)
Rheinische Post, Düsseldorf, Germany, 9. März 1999
‘Musik, die für Freiheit plädiert’ ... Herzlicher Beifall für das Werk, das in seiner
Mischung aus kÜhle und Wärme faszinierte Anziehungskraft entwickelte und gleichzeitig auf Distanz hielt. ...
... sie provozierte geradezu, aber auf sympathische Art, eine lebhafte Kommunikation
zwischen sich und dem Publikum. ... wurde nachvollziehbar, dass die Musik für de Alvear
nicht Selbstzweck ist, sondern Erkenntnismittel und Medium, das Kommunikation anregen soll. ...(Top)
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt, 22. April 1998
‘Frackhüpfen in E-Moll’ von Hanno Ehrler
... Das hat sein Publikum, ebenso die Auftritte der weniger bekannten, in Köln lebenden
Spanierin Maria de Alvear. Die Künstlerin hat sich mit indianischen Kulten und Schamanismus
beschäftigt und bezieht diese Phänomene in ihre Kompositionen ein. ‘Libertad’ das in der
Darmstädter Stadtkirche aufgeführt wurde, ist ein anderthalbstündiger Gesangsdialog über
verschiedene Texte zwischen Maria de Alvar und Enrique Lozano, gefärbt von Flamenco und
arabischer Melismatik, auf einem Klangteppich aus zwei Klavieren, Posaune und Schlagzeug,
dessen Binnenstruktur kunstvoll variiert wird. Mal hört man eher tiefere Klavierklänge
oder mahnende Posaunentöne, dann glockenreines Klingen des Perkussionsapparates.
Durch die Länge des Stücks ähnelte die Aufführung von ‘Libertad’ einer scheinbar
unendlichen Litanei, damit einer rituellen Handlung, die es wohl auch sein sollte.(Top)
Kölner Stadt-Anzeiger, Köln, 7./8. März 1998
‘Der Enkel neuer Töne’ von Stefan Rütter
... Aus dieser Schule ging auch die Deutsch-Spanierin Maria de Alvear hervor,
deren äußerst vielschichtiges Werk neben musikalischen Arbeiten auch Installationen,
Video-Kunst und sozialökologische Aktionen nach dem Vorbild von Joseph Beuys’ "erweitertem Kunstbegriff" umfasst.
In ihrem Werk spielt die Schmerzmetapher eine besonders große Rolle. "Unsere Kultur" so bemerkt sie,
"ist die Schmerzkultur überhaupt. Die Menschen leiden entsetzlich. Sie versuchen, den Schmerz zu
ignorieren und merken nicht, dass sie sich damit in einen ganz anderen Schmerz hineinkatapultieren.
"Sie hat daher "bewusst gesunde Gesellschaften gesucht, um einen Vergleich zu haben." Bei den Indianern,
mit denen sie einen Teil des Jahres verbringt, erlebt sie eine Art der Beschütztheit des einzelnen
durch die Gemeinschaft, die auch zum Prinzip ihrer künstlerischen Arbeit wurde. Das geht bis in die
Aufführungssituation hinein, wenn sie Schutzwälle aus verschiedenen Materialien bildet, die den
Musikern, dem Publikum, selbst noch dem Kritiker einen "offenen Raum" schaffen, innerhalb dessen
Freiheit und Selbstentfaltung erst möglich werden.
"Menschen, die sich mit Kunst auseinandersetzen", so Maria de Alvear, "brauchen sehr viel mehr Schutz,
weil sie offener sind." Für ihre eigene Kunst gilt das in besonderer Weise: Sie berührt Themen,
die heikel, wenn nicht gar tabu sind - vor allem in den "furchtbar prüden" Zirkeln der Neuen
Musik. Bei Maria de Alvear geht es immer ums Große und Ganze, um Welt und Natur, um Leben und
Tod, um Liebe und Schmerz. "World", "Sexo", "Vagina" - so lauten die Titel ihrer ausladenden,
magischen, raumgreifenden Kompositionen. "Ich bin irgendwann aus der Gesellschaft ausgestiegen
und in die Realität rein. Die Menschen verstehen nicht, dass Realität unabhängig ist von
Zivilisation . Der Erde ist es völlig schnuppe, ob Menschen, Tiere und Pflanzen zugrunde
gehen - der Planet und das Lebensprinzip bestehen immer weiter."
Es ist auch die Arroganz einer tausendjähringen abendländischen Musikkultur, der Maria de Alvear
ihre Absage erteilt. Die Übernahme tradierter Formen und Strukturen macht sie ebenso verantwortlich
für den Akademismus in der Neuen Musik wie für jene verhängnisvollen "Kitsch-Nischen" in die sich
viele Komponisten zurückziehen. Beides ist die Folge einer existentiellen Angst: "Es gibt sehr
viele Künstler, die sich mit Kunst zupanzern. Das emotionale Chaos wird hinter einem intellektuellen Gerüst versteckt."
Für Maria de Alvear setzt künstlerische Arbeit eine gründliche Selbstreinigung voraus,
das gilt auch für die Interpreten: "Man muss immer wieder den trüben Matsch aus dem
Wasserglas spülen, damit die persönliche, die individuelle Geschichte nicht auf die Musik
aufgestülpt wird. Der emotionale Körper muss sauber sein. Wer seine Emotionen in die Musik
projiziert, bekommt ganz große Schwierigkeiten."
Maria de Alvear lässt sich ihre künstlerischen Mittel nicht vom "guten Geschmack" diktieren.
Beim "Romanischen Sommer" 1992 legte sie für eine Aufführung ihres Werkes "Raices 4"
einen frisch geschlachteten Hirsch auf den Altarstufen von St. Peter nieder. Die Entrüstung
war beträchtlich: "Hirsch für Show getötet", titelte die Boulevardpresse. Zwei Jahre lang
widmete sich die Justiz der Frage, ob man ein Wirbeltier statt zu kulinarischen auch zu
künstlerischen Zwecken ins Jenseits befördern dürfe. Begreiflicherweise kam bei diesem
Prozess nicht viel heraus - aber doch zumindest die Erkenntnis, dass die brutale
Wahrheit des Schlachtens längst hinter der tröstlichen Fiktion appetitlich verpackter
Tiefkühlkost verschwunden ist...
... Die beiden ältesten, Maria de Alvear und Manos Tsangaris, sind zugleich auch die arriviertesten ...(Top)
MUSICWORKS, No 68, Canada, Summer 1997
‘Creating space for Love’ by John Sherlock
... It’s like when I come to a place and ask the owner of the house, "Where does the sun come up?" and they think,
"Oh this esoteric lady ..." And they ask me, "Why?" and I say, "Because I want to know where I’m at."
On earth! I want to know where I’m at ... physically, geographically, where I am, so I have the physical
feeling of the room, the space in which I’m moving ... That’s reality ... that’s real. The sun comes up
everey day and goes down every night. We forget that! Everybody runs into rooms. We come from one cage
and go into another and we don’t see the sun moving. It’s incredible. Sometimes, when I am busy,
I say to a friend, "Today, I have not seen the weather." And the real thing is the weather -
it’s not the room and the business I’m doing; it’s the weather! (Clap) That’s the real thing that
happened today on earth - much more important than anything else. That’s the point, and if
I can give that to people through my music...
One of the things my music teaches you - and it’s not through me but through you, playing -
is where you stand spiritually, how far you go spiritually. That’s what my music does ...
When you sit there and listen, you’re going to hear as far as you can hear, perhaps even
farther than the player can communicate, because of another thing that I understood: that
one note is a miracle; it’s enough. With one note on the piano - duc (plays note on invisible piano)
there are such a number of worlds linked ... It’s the knowledge of the atmosphere. It’s talking
about gravity. So many stories this one note tells us, that you cannot play wrong. Because nature,
just the phenomenon of the sound, is so impressive ... That’s why a great composer for me is
Alvin Lucier, who works with the phenomenon of sound.
Something else I had to deal with was the structure of music. This is a big secret I’m going
to tell you right now: the structure of music is a reflection of your mind’s structure. We don’t
have the sonata allegro form right now. Why? Because our mind-structure has changed.
Our subconscious understanding of form has changed. Why!? Because we are becoming more free
in the sense of being individuals. In the time of Mozart and Beethoven, order had a different
meaning than it has now. Not the world - the world always has had the same order - but society ...
Now, you see the difference between society and the world.
A composer’s mind, body, and spirit grow individually. And if that growth can be connected to society,
then society will take it as a healing medicine. That’s why I say art is the best religion.
We are shaman. Artists are medicine people for society and that is the way it is supposed to be.
Joseph Beuys knew it. John Cage knew it. First, you create your own medicine-box and then you
create your pharmacy, because first you have to know if the medicines work and then you can create
the pharmacy for society. Most artists are stuck on the medicine-box. They just create their own
medicine and very seldom do they understand their responsibility so far that they open up pharmacies.
I see composers as spiritual specialists and composing as an act of love. Never forget that making
art is an act of love towards yourself or towards society. Either a small act or big act of love,
depending on how far you can go, how far your body and spirit can take you. When you give like this
to other people you are so happy when they can hear it. When Eve (Egoyan) tells me that she was
going through really interesting things while she was playing my music and Rhonda (Rindone) says to me,
"I have played a way that I have never played before. Thank your for that, Maria," I say,
"No, don’t thank me. It’s you who did it; it’s just that my music gave you that space."
My music is a means for interpreters to love. They can make their capacity for love grow just by playing.
They can put all of their love-energy into that sound and give it to people and that’s an act of love.
That’s part of the understanding of reality; of what priorities are, of what is important in life,
what the medicine is, what makes us grow towards goodness, why there is good and bad, why we are
sick, why people are dying. This is really important.
Kagel once said to me, "One day you will stop wanting to change the world" - as though this were
adoslescent thinking. And inside of me I thought, " Ooh. So that’s how far he goes." Now I know
that the moment you stop wanting to change society, you stop writing music. In my opinion,
when you stop making art, that’s your death. But that’s how far he is because he’s in that world,
he’s in society, in that musical society-world. Actually, it’s quite a tiny little world, which is O.K.,
because there have to be people there. It’s a gift that I can go in and out. It’s hard work also ...
It’s also a gift from the native nations that we are going to have to give thanks for. Many,
many things are going to come from there. That is the other side. The artistic side is one,
but the other is that in the world, in reality, things happen that are beyond what society can imagine -
far beyond our understanding. That is the other side of my biography, which cannot be seen because
it has to be in a place where it cannot be seen, a place that is private. That is where I’m the pupil,
I’m studying. I know only this tiny little bit of reality. There is not a human life that could understand it all.
You just go as far as you can go ... the wisdom is so profound.
Résumé Français
La musique de Maria de Alvear, autant par son matériel hamonique et poétique qu’elle
réalise au sein de sa durée, que par les thèmes métaphoriques qu’elle met en jeu, incarne
la convition de de Alvear selon laquelle les éléments fondamentaux de la nature sont des
éléments essentiels de nos vies, de la vie humaine. Ses partitions sans prescriptions
rythmiques ou dynamiques avec seulement quelques informations poétiques à la Satie,
invitent au plus haut point l’interprète à réaliser une interprétation. La compositrice
d’origine espagnole vivant à Cologne, qui voit l’artiste comme un chaman et l’art comme
un acte d’amour, parle ici de son oevre en rapport à la société et al spiritalité.(Top)
ABC cultural, Madrid, 13. Junio 1997
Maria de Alvear - "Los directores de orquesta suelen ser personas con una gran vanidad y ansia de poder" - Madrid, S. Gavina
"Una revelación", es el dictamen con que la crítica neoyorquina ha recibido a la compositora
española Maria de Alvear (Madrid, 1960) en su reciente presentación en el Merkin Concert Hall
de esta ciudad, donde el S.E.M., dirigido por Petr Kotik, y con Hildegard Kleeb al piano
interpretaron su obra "World". ...
...De conversación fluida y apasionada, siempre supo lo que quería. ...(Top)
Westdeutsche Zeitung, 12. Juni 1997
‘Sonne weinte auf Sand und Salz’ von Astrid Opitz
... Gleichsam faszinierend war die Intensität, mit der sie agierte, stimmlich als auch
mimisch und gestisch, und mit der sie den Raum erfüllte. ... Die Performance im Rahmen
der Ensemblia baut auf ihren Erfahrungen mit Menschen auf, die unter
primitivsten Bedingungen in der sibirischen Tundra leben. ...(Top)
Village Voice, New York, June 3, 1997
‘Breaking Mahler’s Record’ by Kyle Gann
At around 63 minutes Maria de Alvear’s World for two pianos and orchestra was the only single,
continuous orchestral movement I know of to surpass the finale of Mahler’s Eighth Symphony in
duration ... This made it a tremendously demanding work for both players
(Petr Kotik’s heroic S.E.M. Orchestra) and audience, but also a musical universe in
which one could wander around at leisure. The piece opened, May 15 at Merkin Hall,
with a quiet chaos of dark, low tones dotted with percussion, crescendoing at last
into quasi-minimalist repeated seventh chords. After a short silence, soloist Hildegard Kleeb’s
piano entered surprisingly in a simple tonal chorale as if asserting ist own divergent reality,
a chorale whose return 40 minutes later was equally unexpected.
Meanwhile, quarter tones from Joseph Kubera’s piano, hidden in the orchestra, set up a deliciously
bent counterpoint. Drumbeats echoed from opposite sides of the stage, jingle bells fluttered nervously,
and Ivesian fragments of melody bubbled up from the texture as if boiling over. Kotik,
faced with a dauntignly unconventional conducting challenge, succeeded in keeping the orchestra
tightly together through uncountable, Le Sacre-like pounding chords, and allowed the players to drift
when they were supposed to drift.
Inevitably, the remaining three works, interesting anough in any other context, sounded
old-fashioned by comparison. Alvin Lucier’s Sweepers swept the orchestra through a writing
mass of glissandos, and Kotik’s own Adagio - a reworking of 1980 composition - was poignantly
sad despite its aleatorically overlapping counterpoint. Paulive Oliveros’s From Unknown Silences
seemed an inexplicable rip-off of 40-year-old Cage ideas, with players making noises at
random-snorting, dropping music stands, and so on - in a field of silence, providing the only
sour notes in an epic program. (Kyle Gann)(Top)
Village Voice, New York, May 20, 1997
‘A difficult woman’ by Kyle Gann
... Maria de Alvear tells me the number is growing, but when pressed she remembers only a half-dozen.
And non of them is as original, powerful, and shocking as the German-Spanish composer who - ... - has
as striking an individual musical profile as any European under 50.
... de Alvear writes confrontationally personal music along sexual themes, with titles like
Sexo and Vagina, often using her own speaking voice to declaim lyrics designed to disturb
the audience. The combination of musical unconventionality and sexual forthrightness drives
Europe’s male musicians away in droves. ...
... Part of de Alvear’s problem is that she’s spearheading the same kind of spritual
revolution that John Cage and Pauline Oliveros did here 30 years ago, and her
complaints about Europe cho those of Downtown composers about the classical-academic
establishment. ... (Kyle Gann)(Top)
New York Times, New York, May 17, 1997
"Now, now, just swallow the Medicine, please", by Bernard Holland
... Maria de Alvear’s "World", a sprawling, wandering hourlong geological survey
of the composer’s ambitious spiritual world. Solemn chimes and deep rumblings
announce a kind of earthy awakening. During a series of abruptly marked episodes,
Hildegard Kleeb’s piano calls across the orchestra to a mistuned companion instrument played by Joseph Kubera.
Quick repeated chords are a recurring feature. They begin in the strings and end in the
piano part, as brass and percussion add pointed yelps and shrieks. Ms. Alvear has a
good orchestral imagination. Divided string sections create woozy sonorities. The
swooping brass glissandos fascinate. Her music does not develop; it accumulates: layers added, layers taken away. ...
... Ms. Alvear, I am sure, has tried here to convey a world-embracing generosity, a sense of inclusiveness. ...(Top)
Basler Zeitung , Basel, 2. Mai 1995
Von Martina Wohlthat
... Maria de Alvear ist eine starke Frau, die ihr Anliegen als Performerin
ohne viel Umstände mit suggestiver Sprachgestik an die Frau (den Mann?) im Publikum brachte.
... Hell und Dunkel, Freiheit und Zwang sind der Musik von "Sexo" mit entwaffnender Direktheit
eingeschrieben... . Über alle Zweifel erhaben war dagegen die konzentrierte Orchesterarbeit
der "basel sinfonietta" unter dem vorzüglich koordinierenden Dirigenten Robert H.P. Platz.
Die Bläser meisterten virtuos auch die extremen Lagen. Die Übergänge zwischen freiem und
gebundenem Spiel vollzogen sich organisch. Im Spannungsfeld von Disziplin und Intuition
bewies das Orchester einmal mehr seine Rahmen sprengende Leistungsfähigkeit.(Top)
Berner Zeitung, Bern, 1. Mai 1995
"Grosse Klänge kommen wieder"
... "Sexo" ist die Wiederaufnahme einer Thematik, welche schon die Musik der letzten
Jahrhundertwende beherrschte. Die Vorzeichen habe sich allerdings geändert: Während vor
hundert Jahren das Thema der weiblichen Erotik und Sexualität als Männerphantasie in männlich
strukturierte Konstruktionen hinein gezwungen wurde, zeigt das Werk von Maria de Alvear einen
Weg der weiblichen Befreiung aus der Besetzung durch das andere Geschlecht auf... . als ein
Aufbruch, als Aufarbeitung und Umwertung des Geschichtlichen, faszinierte die Novität ungemein.(Top)
Frankfurter Allgemeine Zeitung , Frankfurt, 29. März 1994
"Rein wie Erde oder Wasser"
- das Ensemble Köln in der Nicolaikirche, von Detlef Gollasch
... Hier nämlich, bei der Aufführung der Komposition "Purisimo" wird unter der Leitung
des Dirigenten Robert HP Platz den elf allesamt äußerst sensibel agierenden Instrumentalisten
strenge persönliche Zurücknahme auferlegt. Kommunikative Interaktion mit Privatcharakter wird
von der Komponistin schon im Ansatz unterbunden, als sollten sich die Klänge aus der Stille
heraus gewissermaßen von selbst ihren jeweiligen Ort in der Partitur suchen. Diese Nicht-Expressivität
hat aber im Werk der aus Madrid stammenden Maria de Alvear, die Klavier, Dirigieren und Neues
Musiktheater bei Mauricio Kagel in Köln studierte, andere Konsequenzen als etwa in der Musik
Morton Feldmans, auch wenn es in der unbeugsamen Haltung, die Töne dem Kontrollsystem der
kompositorischen Gesetze, wo Regeln vor Kunst reagieren, zu entziehen, durchaus Parallelen gibt.
Obwohl die gestrichenen, geblasenen, gezupften oder (auf der Celesta) angeschlagenen Klänge
äußerst selten den unteren Bereich des dynamischen Spektrums verlassen, wirken die hinsichtlich
der Tondauern irritierend ungerasterten Figurationen bei aller Zerbrechlichkeit urwüchsig, fast ungeformt.
Eben darin liegt ihre charakteristische Eigenart. Elemente, die von ferne noch die Erinnerung an
Melodien oder Bruchstücke von Tonleitern wachrufen könnten, haben in "Purisimo" keinen Platz.
Insofern berührt Maria de Alvears eigene Interpretation des Titels ihrer eigenen Komposition
tatsächlich einen zentralen Aspekt der Musik der 1960 geborenen Spanierin: Puro (rein) auch im
Sinne von: der Natur angenähert - "rein wie Erde oder Wasser".(Top)
Village Voice, New York, October 1992
By Kyle Gann
Maria de Alvear, This Spanish composer living in Cologne is the most remarkable woman composer to
emerge from Europe since ... well, Hildgard of Bingen in the 12th century,
I guess. ...(Top)
|
|
|